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Was sind Schlafstörungen und wer leidet daran?Kaum jemand kann von sich behaupten, noch nie unter Schlafstörungen gelitten zu haben. Eine Prüfung, besondere private Umstände, die den Kopf auch in der Nacht beschäftigen, oder die Vorfreude auf den folgenden Tag machen das Ein- und auch das Durchschlafen oft schwierig. Aber bei diesen Ausnahmesituationen spricht auch die Medizin noch nicht von Schlafstörungen. Keine Sorge also, wenn der Alltag im Moment etwas stressig ist, und der Schlaf für eine vorübergehende Zeit nicht so erholsam ist wie sonst. Richtige Schlafstörungen sind eher von dauerhafter Natur. Wenn der Schlaf also Nacht für Nacht nicht kommen will oder aber ständig unterbrochen wird, dann erst spricht die Medizin von Schlafstörungen.
Die Schlafstörungen bringen über einen längeren Zeitraum Probleme beim
Einschlafen und Durchschlafen mit sich. Auch vorzeitiges Aufwachen – lange
vor der eigentlich notwendigen Aufwachzeit – kann mit den Schlafstörungen
auftauchen. Säuglinge und Kleinkinder haben häufig Schlafstörungen, die allerdings noch mit Anpassungsproblemen an den Tag-Nach-Rhythmus zusammenhängen. Interessante Studien belegen, das ein Säugling den Gewöhnungsprozess an unseren Tag-Nacht-Rhythmus weitaus schneller lernt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft regelmäßige Schlaf- und Wachzeiten einhält. So lange ein Säugling noch häufige Mahlzeiten zu sich nehmen muss, kann der Schlaf noch oft unterbrochen werden. Im Laufe der Zeit, wenn der Organismus mit der Nahrungszufuhr über den Tag auskommt, wird auch die Schlafphase länger und das nächtliche Aufwachen nimmt ab. Im Anschluss an die Säuglingsphase gilt auch hier wieder, dass Kinder umso seltener an Schlafstörungen leiden, wenn Regelmäßigkeiten im Alltag vorzufinden sind. Kinder lieben Gleichmäßigkeit und so sollte die Gute-Nacht-Geschichte nicht nur der rituelle Abschluss des Tages sein, sondern auch immer in etwa zur gleichen Zeit vorgelesen werden. Wer mit dem Kind dann noch in Ruhe den Tag Revue passieren lässt, bietet dem Kind wirklich optimale Bedingungen, um in Ruhe die Nachtruhe anzugehen, die dann auch ununterbrochen und erholsam ist. Auch Erwachsene tun sich einen Gefallen, wenn die im Fachjargon als „schlafhygienische“ Maßnahmen bezeichneten Rituale überdacht werden. Regelmäßige Schlafzeiten, wenig Fernsehen vor der Einschlafphase, kein Fernseher im Schlafzimmer sind einige davon. Auch Alkohol kann – entgegen vieler Meinungen – dazu führen, dass der Schlaf nicht erholsam ist. Zwar sorgt der Alkohol zunächst für allgemeine Müdigkeit, allerdings wird durch den Alkoholabbau im Körper der normale Rhythmus von Tiefschlafphasen und flachen Schlafphasen unterbrochen und der Schlaf ist somit nicht wirklich erholsam oder wird im schlimmsten Falle öfter unterbrochen. Findet sich trotz allem kein Grund für die Schlafstörungen, dann kann bei dauerhaften Schlafproblemen ein Schlaflabor aufgesucht werden, in dem Beobachtungen hinsichtlich des Schlafverhaltens des Patienten durchgeführt werden.
Wichtig zu wissen ist auch, dass längst nicht alle Menschen 8 oder 9
Stunden Schlaf benötigen. Viele sind auch nach 6 Stunden Schlaf ausgeruht
und benötigen einfach weniger Schlaf als der durchschnittliche Mensch. Wer
trotz wenig Schlaf ausgeruht, ausgeglichen und konzentriert ist, benötigt
einfach weniger Schlaf als andere. |